Mein Credo

Psychologisch seriöses Arbeiten muss sich an der Vielfältigkeit des Lebens orientieren.

 

Ich bin Diplom-Psychologe, habe 1981 wissenschaftlich an der TUM geforscht und gleichzeitig begonnen, therapeutisch zu arbeiten, bevor es mich dann 1984 ins wirtschaftliche Umfeld zog. Naja, genau genommen, war es ein Zufall: Ein Bierchen mit einem netten und sehr erfolgreichen Kollegen. Aber ich habe Feuer gefangen.

 

1991 gründete ich das ifb (Institut für Betriebspsychologie), später ifb-Jiranek. Ich war nicht sicher, ob das klappen würde.

 

Was mich damals beschäftigte und mich auch heute noch umtreibt: Ich glaube, psychologisch qualifizierte Arbeit darf sich nicht von einem Thema (Bsp. Führung, Konflikte, Team) treiben lassen! Es muss doch darum gehen, die Beziehungen zu sehen, die beispielsweise Seminarteilnehmer*innen zu einer bestimmten Fragestellung einnehmen. Was brauchen sie? Woran zweifeln sie? Was befeuert sie? Wo wollen sie etwas ändern und was? Und aus welchem Grund?

 

Führung kann und darf nicht in der Anwendung von Techniken bestehen! Ich will doch nicht, dass meine Chefin, mein Chef eine Interaktionssequenz mit mir gestaltet, nein, ich will mit ihr / ihm reden! Ich will doch nicht, dass sie Authenzitätsaussagen formuliert, nein, ich will wissen, wie sie / er zu mir steht und wie es ihr / ihm geht! Das will ich. Ich will nicht, dass er / sie Aktives Zuhören umsetzt, sondern ich möchte, dass er / sie versteht, worum es mir geht und wie es mir geht.

 

Heute, über 35 Jahre später, kann ich sagen: Es hat sich gelohnt, diese Philosophie zu vertreten und zu leben. (War aber manchmal auch ganz schön anstrengend, beispielsweise weil man keinem Personaler genau sagen kann, was am Dienstagnachmittag das genaue Programm sein wird; – und vielleicht noch schweißtreibender, weil man es selbst nicht weiß!)

 

Was immer mich erwartet, ich will mich in meiner Arbeit darauf einlassen.

 

Ich blicke nun auf Jahrzehnte intensiver Arbeit mit Führungskräften an allen nur denkbaren Themen zurück. Wir Coaches geben immer gerne ein bisschen damit an, dass wir mit Vorständen arbeiten / gearbeitet haben; ja, damit kann ich auch dienen; ich möchte aber mehr damit angeben, dass es mir gelungen ist, immer auf allen Ebenen zu arbeiten und mich darum zu kümmern, dass Mitarbeiter*innen gehört werden und sich Gehör verschaffen.

 

Was mir oft geholfen hat: Dass mich alles Mögliche interessiert; Psychologie natürlich; was wissen wir wirklich? (siehe mein Buch "Klug zweifeln", 2017). Wie genau entstehen Konflikte? Wie kann man sie präventiv oder kurativ angehen? Was lehren uns Philosophen über die Welt? Was ist Wissenschaft und was hat das mit meiner Arbeit zu tun? Und schließlich bin ich ein Technik-Freak (hatte auch mal eine Software-Firma).

 

Und weil wir – genau genommen – recht wenig wirklich wissen (natürlich auch in der Psychologie), müssen wir respektvoll, behutsam, ehrlich und geradlinig mit den Menschen umgehen, die sich uns anvertrauen.